EDINBURGH: WOCHE 1

GOODBYE HOME, WELCOME EDINBURGH!

 

Eine Woche bin ich jetzt schon in dieser schönen Stadt und ich weiß wirklich nicht, wie ich Anfang Dezember wieder in dieses verdammte Flugzeug steigen soll. Ich fühle mich ein klitzekleines bisschen wie im Märchen, so malerisch und teilweise auch surreal ist es hier, und ich bin mir ziemlich sicher, dass in meinem Innern ein kleiner Peter Pan schlummert, der im Herzen wohl nie ganz erwachsen wird …

 

Edinburgh: Eine Stadt, die mich sofort an J.K. Rowling, J.M. Barrie und Robert Burns denken lässt, an Sean Connery, das Edinburgh Castle und den Skye Terrier Bobby, der vierzehn Jahre am Grab seines Herrchens ausgeharrt haben soll.

 

Ich wohne in Portobello, ungefähr eine Gehminute vom Strand entfernt. Von meinem Zimmer, das im dritten Stock liegt, kann ich das Meer sehen. Ich finde, nichts ist beruhigender, als morgens aufzuwachen und Wasser in der Nähe zu wissen …

Meine hosts sind sehr nett (nichts da Hotel oder Einzelzimmer mieten, das echte Leben + Gesellschaft muss her - ich liebe das!), die beiden sind vor etwas über elf Jahren nach Schottland gekommen. Ursprünglich stammen beide aus Ungarn, doch Schottland bedeutet für sie Heimat. András ist selbstständiger Fotograf, sehr redselig und weltoffen. Mit ihm habe ich schon einige tolle Gespräche über Gott und die Welt geführt. Außerdem ist er ein begnadeter Koch und hat es sich zur Aufgabe gemacht, mir diesbezüglich ein paar Sachen beizubringen. Nun … ich habe ihn gewarnt, dass das eine ganz schlechte Idee ist, da ich eine absolute Katastrophe in der Küche bin, aber er wollte ja nicht hören. War aber irgendwie schon witzig, als ihm fast die Augen aus dem Kopf gefallen sind, als ich … aber hey, ich hatte ihm gesagt, dass er das mit der Pfanne und dem Herd lieber selbst machen solle … seufz … egal, inzwischen habe ich mich quasi runtergearbeitet und zum Gemüseschnipsler gemausert, denn Andras hat mich mit der Zeit von immer mehr Küchenpflichten entledigt. Purer Eigenschutz, schätze ich …

 

Auf dem Foto sieht man übrigens, dass ich den beiden die deutsche Tradition des Raclette-Grills nahegelegt habe. Nun, natürlich durften da nur Sachen rein, die „healthy“ sind, aber sie fanden das Essen echt super. Fazit: Lecker!

 

Meist essen wir gemeinsam, etwas, was mir um Längen besser liegt, als die Plackerei davor. Agnes ist natürlich auch mit an Bord, aber sie kann genauso wenig kochen wie ich. Daher haben wir uns zusammengeschlossen und fungieren nun gemeinsam als Vorkoster von András’ liebevoll zubereiteten Speisen. Agnes’ Lieblingswort ist übrigens „healthy“ und sie lebt es mit jeder Faser ihres Körpers. Sie hat dieses Mütterliche an sich, dass man irgendwie liebt, einen aber gleichzeitig auch in den Wahnsinn treibt. Soll heißen, sie schafft es allein durch ihre Anwesenheit und ruhige Art, dass man sich gleich wie Zuhause fühlt. Ihr Blick auf meine mitgebrachten Cornflakes allerdings, die in ihren Augen nicht mal ansatzweise „healthy“ sind, können einem schon mal den Appetit aufs Frühstück verderben.

Jaaaahaaaa, ich weiß, dass da Zucker drin ist. Lass mich doch :P

Der Weg ins City Center ist nur zehn Minuten mit dem Bus entfernt. Zwischen malerischen Gassen, ganz viel altertümlichen Charme und Harry Potter-Souvenirs an jeder Ecke fällt es einem nicht schwer, sich rundum wohl zu fühlen. Manche Läden sind ziemlich abgefahren, speziell die Second-Hand Shops haben es mir angetan. Auch in anderen Läden habe ich ein paar coole Kleidungsstücke gesehen und als ich später wieder nach Hause fuhr … nun gut, ich hatte zwei Bücher gekauft. Das üben wir dann wohl nochmal …

Wenigstens konnte ich mich gerade noch davon abhalten, eine zweite englische Ausgabe von Harry Potter zu kaufen, die hab ich nämlich schon. Man weiß ja nie, ob man J.K. Rowling nicht doch mal im Café nebenan trifft, daher wollte ich vorbereitet sein, aber um ehrlich zu sein finde ich das neue Cover von Band eins nicht so hübsch wie das alte. Allerdings ist die englische Ausgabe von Charlie Bone nun endlich als Print in meinem Besitz und das ist schließlich auch was. Außerdem bin ich immer noch auf der Suche nach einer Vinyl-Platte von LP – eine fantastische Sängerin, ich liebe sie. Anfang Dezember gibt sie ein Konzert in Glasgow, wozu meine hosts mich eingeladen haben. Leider fliege ich an dem Tag schon heim. Wirklich ärgerlich …

 

Heute öffnen hier die Weihnachtsmärkte. Sogar Bretzel und Kassler bekommt man da bei einem sehr netten deutschen Team. Halsbrecherische Fahrgeschäfte reihen sich an diverse Stände mit Plunder oder die allzeitbekannten „Fressbüdchen“. Ansonsten funkelt und glitzert natürlich alles sehr schön, so wie es sich für die Vorweihnachtszeit gehört. In separaten Weihnachts-Shops gibt’s neben Weihnachtskarten und kitschigen Pullovern mit Rudolf-Print sogar William&Kate-Kondome (natürlich passend zu Weihnachten zusätzlich mit Schneeflockenmuster darauf) – bin ich die Einzige, die das äußerst abartig findet?

 

Bevor der Bericht jetzt zu lang wird, mache ich hier mal lieber einen Cut. Bin ja noch ein bisschen hier. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und herrlich kalte Wintertage, gepaart mit einer köstlichen Tasche Tee, den ersten Plätzchen und einem dicken Buch für schöne Lesestunden,

eure Emilia

 

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