FAQ



1. Beschreibe dich mit nur drei Wörtern …

 

Ehrgeizig, offen, selbstkritisch.

 

2. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

 

Also ich gehöre definitiv nicht zu der Fraktion Autorin, die den Wunsch schon im Kindesalter hatte. Aber ich weiß noch, dass ich damals sehr lange und schöne Aufsätze in der Grundschule geschrieben habe und es immer ziemlich cool fand, wenn ich kreativ werden durfte. Ich war schon immer ein eher phantasievoller Mensch, habe gerne gezeichnet oder öfter Gedichte oder Reden für Geburtstage oder andere Festlichkeiten geschrieben. Und irgendwann kamen mir auch andere Ideen für längere Geschichten. Hinzu kam, dass ich mit meinem gelernten Beruf nicht so glücklich war und nun ja, dann hat es sich einfach ergeben. Ich habe meine Ideen aufgeschrieben, mir zunächst Notizen dazu gemacht und später auch mehr. Und dann habe ich Nägel mit Köpfen gemacht … und es nicht einen Tag bereut.

 

3. Was inspiriert dich beim Schreiben?

 

Ich glaube es ist das Leben allgemein, denn das Leben schreibt immer die schönsten Geschichten, finde ich. Es kommt natürlich auch immer ein bisschen darauf an, an was für einer Geschichte ich gerade sitze. Die tollpatschigen Eigenschaften haben meine Charaktere oft von mir, da habe ich für mein Autorenleben sicher genug Material zusammen. :-)

Die Grundidee für »Ein Jahr zum Leben« hat sich beispielsweise aus meinen eigenen Erfahrungen mit der Blutspende und einer Freundin an Silvester ergeben.

 

4. Warum hast du zum Schreiben ein Pseudonym gewählt?

 

Mein richtiger Name macht sich nicht so schön auf Büchern, finde ich. Für mich beginnt die Kreativität, die dieser Beruf zulässt, eben schon bei diesem Thema. Ich selbst kann mir also aussuchen, wer ich als Autorin sein will, was ich total klasse finde. Nach langem Hin und Her habe ich mich übrigens gegen ein englisches Pseudonym entschieden. Das hat keinen bestimmten Grund – ist einfach so. :-)

Dazu kommt ja noch, dass ich mit zwei Autorenpseudonymen arbeite. Aus dem einfachen Grund, weil meine Genres sich in ihrer Zielgruppe sehr unterscheiden und ich deshalb beschlossen habe es ein bisschen zu trennen. Emilia Fuchs richtet sich an junge Erwachsene und bewegt sich im Bereich Fantasy- und Liebesromane. Mit Julie Renard dagegen schreibe ich homoerotische Liebesromane, die eher eine ältere Zielgruppe ansprechen. Allerdings achte ich bei all meinen Büchern darauf auch ernstere Themen anzusprechen. Das kann die Blutspende, Selbstfindung oder auch Homophobie an Schulen sein.

 

5. Gibt es einen Ort, an dem du besonders gerne schreibst?

 

Wichtig ist eigentlich nur, dass der Ort ruhig ist und mich niemand stört. Wenn ich dann auch noch einen Internetzugang habe, um uneingeschränkt zu recherchieren und Spotify nutzen zu können (ich vergesse leider oft, die Songs runterzuladen, damit ich kein WLAN brauche), ist es perfekt!

 

6. Du wirst oft als Weltenbummlerin beschrieben. Warum?

 

Durch den Beruf meines Mannes sind wir praktisch dazu „gezwungen“, in regelmäßigen Abständen umzuziehen, was eben bedeutet, dass ich nie lange an einem Ort wohne und dementsprechend ein bisschen rumkomme. Nächstes Jahr ziehe ich zum Beispiel für fünfzehn Monate nach Texas, was bestimmt sehr spannend wird und mich sicherlich zu der ein oder anderen Romanidee inspirieren wird.

Außerdem reise ich für die Recherche zu meinen Büchern auch gerne mal alleine für ein paar Wochen an die jeweiligen Settings. Im Herbst dieses Jahres bin ich zum Beispiel einige Wochen in Arizona und Edinburgh unterwegs, um für meine neue Fantasy-Trilogie und eine Idee für einen neuen Julie Renard-Roman zu recherchieren.

 

7. Gibt es ein Erlebnis, dass dich als Autorin geprägt hat?

 

Ja, sogar ganz am Anfang meines Autorendaseins. Mein Debütroman »Ein Jahr zum Leben« war schon zur Hälfte fertig, als ich feststellte, dass der Plot mir überhaupt nicht mehr gefiel. Ursprünglich war geplant die Blutspende in den Vordergrund zu bringen und die Protagonisten sich dort immer wieder treffen und zanken zu lassen. Mir ist die Entscheidung unglaublich schwergefallen, aber das gesamte Skript ist tatsächlich im Papierkorb gelandet und ich habe komplett neu angefangen. Das war hart, aber die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Es war eindeutig eine prägende Entwicklung für mich als Autorin, aber auch als Mensch, meinen Entscheidungen zu vertrauen.

 

8. Wenn du die Idee zu einer neuen Geschichte hast, schreibst du dann einfach darauf los oder planst du die Charaktere und den Verlauf der Geschichte zuerst?

 

Zuerst entstehen bei mir immer die Charaktere. Jedes Buch bekommt ein eigenes Notizheft, in dem alle Ideen, Inspirationen und Eindrücke für die jeweilige Geschichte gesammelt werden. Dann erstelle ich zunächst immer eine Mind Map, ganz oldschool. Wenn der Charakter mit all seinen Macken steht, schreibe ich den Plot für eine Geschichte. Oft habe ich mir aber schon einzelne Notizen zu Settings, Handlungssträngen oder einzelnen Szenen gemacht. Das mache ich immer zwischendurch und baue es dort ein wo es passt. Vieles entwickelt sich bei mir erst beim Schreiben. Leider wird dadurch oft der Plot nochmal durcheinander gewürfelt, aber das gehört dazu.

 

9. Wie läuft dein Schreibprozess ab?

 

In der Regel kommt mir eine Idee und nachdem ich die Charaktere ausgearbeitet habe, schreibe ich zuallererst die Szene, die mich zu der Geschichte inspiriert hat. Das ist meist ein schlagfertiger Dialog oder eine bedeutungsschwere Szene mitten im Buch. Erst dann schreibe ich den Anfang der Geschichte und danach immer einzelne Kapitel des Buches. Später fülle ich die entstandenen Lücken im Text, wobei ich oftmals noch ganz viele neue Passagen einfüge. Am Ende überarbeite ich das gesamte Skript noch einmal und schaffe so eine Rohfassung, die dann ins Lektorat wandert.

Man kann also sagen, ich schreibe wirklich NIE chronologisch, sondern eher ziemlich konfus und unkonventionell. Aber nur so funktioniert es bei mir.

 

10. Wie lange schreibst du an einem Buch?

 

Die reine Schreibzeit beträgt meist drei bis vier Monate. Doch die eigentliche Arbeit beginnt ja erst mit der Textüberarbeitung in Form des Lektorats bzw. Korrektorats. Alles in allem braucht ein Buch also ungefähr sechs Monate, bis es das Licht der Welt erblickt. Es kommt ja auch immer ein bisschen auf den Umfang des jeweiligen Buches an. Der spielt dabei natürlich eine erhebliche Rolle.

 

11. Was ist für dich als Autorin das schönste Kompliment von Lesern?

 

Wenn Leser mir schreiben, dass meine Geschichte authentisch war, sie berührt hat oder für ein paar Stunden aus dem schnöden Alltag fliehen lassen konnte. Außerdem mag ich es, wenn Leser mir sagen, dass einzelne Szenen sie zum Lachen gebracht haben. Meist sind mir diese Sachen dann wirklich passiert, daher ist es auch sehr persönlich. Aber man muss auch über sich selbst lachen können, oder nicht? :-)

Ach, und gegen wunderschöne Rezensionen habe ich natürlich auch nichts einzuwenden. Diese Form von Feedback ist für uns Autoren wirklich sehr wichtig. Ich lese jede einzelne und nehme mir konstruktive Kritik auch immer zu Herzen, um an meinen Geschichten zu wachsen. Dennoch gilt natürlich nach wie vor: Geschmäcker sind verschieden!

 

12. Welche geheime (oder nicht so geheime) Superkraft braucht man als Autor?

 

Eine Superkraft, mit der man dem Tag mehr als vierundzwanzig Stunden geben kann. Aber viel wichtiger ist: Grenzenlose Fantasie.

 

13. Du bist der Schurke bzw. Bösewicht aus einem Buch / Film / einer Serie. Wer bist Du und wieso?

 

Ich bin ein Waage-Mädchen und daher von Natur aus sehr harmoniebedürftig. Aber wenn ich mir was aussuchen müsste, wäre ich wohl am liebsten Voldemort, denn dann wäre ich wenigstens ein übler Schurke, der mal in Hogwarts war.  Außerdem neige ich - zum Leidwesen meiner Eltern - dazu, die Eltern in meinen Büchern umzubringen – das war jetzt aber schon ein maliziöser Gedanke, oder? ;-)

 

14. Du musst gemeinsam mit einer Kollegin / einem Kollegen ein Buch schreiben. Wer wäre das und worum würde es in dem Buch gehen?

 

Ich habe beispielsweise eine schöne Idee für einen Krimi, bin mit der Handhabung des Genres aber leider nicht gesegnet worden. Daher würde ich dieses Projekt gerne mit jemandem umsetzen, der davon etwas versteht (der dann dafür sorgt, dass es spannend wird und der Mörder NICHT der Butler ist). Ansonsten würde ich gerne bei einer Anthropologie mitwirken, die ein ernstes Thema anspricht und einen guten Zweck erfüllt, wie zum Beispiel die Blutspende. ;-)

Was ich auch witzig finden würde wäre, wenn meine Charaktere in einem Werk einer Kollegin/ eines Kollegen einen Gastauftritt hätten und andersherum. Man könnte Universen miteinander verknüpfen, das wäre doch eine coole Sache und sicherlich eine witzige Angelegenheit. :-)

 

15. Wie würde Dich dein Protagonist Ben aus „Ein Jahr zum Leben“ beschreiben? Was würde er wohl über Dich erzählen?

 

Ich glaube wir würden uns gut verstehen, da wir die gleichen Interessen haben. Das Biken gehört beispielsweise dazu oder auch die Tattoos. Er würde mich daher vermutlich als cool oder schwer in Ordnung beschreiben. Zudem würde Ben meine offene Art schätzen und meine Reiselust teilen.

 

16. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

 

Ich möchte einfach Danke sagen! Ohne euch könnte ich diesen wunderschönen Beruf nicht ausüben. Ich hoffe, dass ich euch noch sehr lange mit romantischen, lustigen und abenteuerlichen Geschichten verzaubern darf und ihr euch mit diesen identifizieren könnt, sie euch aber manchmal auch über den Tellerrand schauen lassen oder zum Nachdenken anregen. Und: Lasst euch nie unterkriegen oder von euren Träumen abhalten. Jedes Mal, wenn euch jemand sagt, dass ihr etwas nicht schaffen könnt, schöpft daraus Kraft und Motivation genau diesen Leuten in den Hintern zu treten und euer Ding zu machen.

 

Oder wie meine Protagonistin Eve sagen würde: "Bereue nichts, was du getan hast, wenn du glücklich dabei warst."